SMS Umsätze sinken dank WhatsApp und Co. + Provider bereiten WhatsApp “Killer” vor

WhatsApp ist bei Smartphones eine coole Art zu kommunizieren. Bild und Textnachrichten einfach per Datenflat umsonst verschicken. Den Mobilfunkprovidern gefällt das nicht, die merken es nämlich bei der Marge.

Dienste wie WhatsApp und MySMS graben den SMS immer mehr das Wasser ab. Der extreme Umsatz von Smartphones hilft den Diensten dabei natürlich immer mehr an Verbreitung zu gelangen. Dabei geht die Anzahl der verschickten SMS nicht zurück, nein im Jahr 2011 wurden mit ca. 46 Milliarden SMS so viele wie noch nie in Deutschland verschickt. allerdings sinken die Einnahmen bei den Providern. Im Jahre 2005 haben die Provider im Durchschnitt 5,15€ pro Monat pro Mobilfunkanschluss umsetzen können, im Jahre 2010 waren es nur noch 1,90€ und dieser Trend soll wohl weiter fortschreiten.

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Jetzt könnte man natürlich einen Freudenschrei ausstoßen, aber ich halte mich hier mal etwas bedeckt, denn man darf nicht vergessen, dass in vielen “billig Tarifen” die Datenflat quer subventioniert, also ein Teil der Gewinne aus dem SMS Bereich werden zur Vergünstigung der Datenflat eingesetzt.

Ich persönlich habe eine SMS und eine Datenflat und bin froh beides zu haben, da SMS immer noch ziemlich wichtig sind. Ich denke nur dabei an meine Eltern. Keine von beiden besitzt ein Smartphone, aber bei Handys. Wenn ich also mal schnell etwas mitteilen will ohne Anruf dann schreibe ich einfach kurz eine SMS, das können selbst die alten Steinzeit-Geräte meiner Eltern empfangen. Dazu habe ich noch extrem viele Freunde und Bekannte, die vielleicht ein Smartphone haben, aber keine Datenflat (was ich persönlich für ziemlich idiotisch halte, aber das ist ein anderes Thema). Wenn ich diesen Leuten also eine WhatsApp Nachricht schicken würde, dann könnte diese erst Empfangen werden wenn die Personen sich mit einem W-Lan Netzwerk ins Internet eingeklickt haben. Die SMS ist also noch lange nicht tot, aber nicht mehr so wichtig wie früher und gerade für die Provider keine so gute Einnahmequelle mehr und daran wollen jetzt die Deutschen Provider etwas ändern…

Deutsche Provider planen WhatsApp Killer!

Wie der Focus jetzt berichtet planen die Deutschen Provider eben aus genau dieser Angst, nämlich der vor niedrigen Einnahmen durch SMS, eine Art “WhatsApp-Killer”. Ein fertige Name wurde noch nicht genannt bisher ist es nur als „Rich Communication Suite enhanced“ (RCS-e) bekannt. Dieser Dienst soll all das bietet was bis jetzt auch Messenger wie WhatsApp anbieten.

Im Frühjahr soll dieser Dienst noch starten. Dabei gibt es aber hier schon den Hacken der die Sache meiner Meinung nach auf jeden Fall floppen lassen wird, es machen nämlich nur drei der vier großen Provider mit, die Telekom, Vodafone und die Telefónia O2. E-Plus hat sich von diesem Dienst wohl nicht wirklich überzeugen lassen, kein Wunder denn im Prinzip bietet der Dienst nicht viel mehr als es aktuell WhatsApp und Co. auch bieten.

Der Vorteil wäre relativ klar, der Dienst ist auf dem Smartphone vorinstalliert und man ist nicht auf Drittanbieter angewiesen, dazu braucht man nur noch einen Messenger für alles und nicht vielleicht 3-4 verschiedene Dienste, wie es jetzt sein kann, je nach dem was der Freundeskreis nutzt.

Ich sehe das Ganze als neuen MMS Flop. Ich glaube noch nicht mal, dass es hier bei nur um die Kosten geht. Wenn die Provider klug sind dann arbeiten sie mit den Handy´-Herstellern nämlich so zusammen, dass die Daten für das Empfangen einer solchen Nachricht umsonst sind und keine Datenverbindung voraussetzen, erst das verschicken sollte dann wieder was kosten, eben wie bei den SMS. Ich sehe hier eher ein ähnliches Problem wie bei den MMS, es fehlt die Basis. Wenn man eine MMS an einen Freund oder Kollegen geschickt hat konnte/kann man sich doch nie wirklich sicher sein ob derjenige es auch wirklich kriegt. Es gibt einfach zu viele Handys schon auf dem Markt die den Standard nicht unterstützen, als bekanntes Beispiel nehmen wir mal das erste iPhone, dieses konnte auch keine MMS, genauso wie die ersten Windows Phones. Hier wurde man immer nett auf einen Link verwiesen der sich vielleicht oft nicht öffnen ließ und naja, der Versender der MMS hat gezahlt, auch wenn der Empfänger mit dem Ergebnis vielleicht nichts anfangen konnte. Bei dem neuen Dienst wird es wohl zu mindestens am Anfang genauso sein, ich muss wieder drauf achten wen ich wirklich eine “RCS-e” schicken kann, da eben noch deutlich weniger Leute Smartphones haben und die anderen haben sicher WhatsApp und Co. RCS-e wird sicher seine Nische finden und sicher ein paar “Anhänger” aber nicht genug um (erfolgreich) zu überleben, zu mindestens nicht auf die nächsten 1-2 Jahre gesehen und schon gar nicht, wenn man aus dem bisher reindeutschen Standard nicht bald einen internationalen Standard macht! Zitiert mich in 1-2 Jahren gerne ;).

Quelle: Silicon, Mobiflip

Bild von Handy-Tests

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