Das Nokia Lumia 920 im Test: Wie gut ist Nokias Flaggschiff?

Mit dem Nokia Lumia 920 hat Nokia vor einigen Monaten ihr Windows Phone 8 Flaggschiff vorgestellt, welches die Fehler der Vergangenheit ausmerzen soll, ob es das schafft, erfahrt ihr hier!

Wie die Stammleser sicher wissen habe ich mich tierisch auf das Nokia Lumia 920 gefreut und wollte es unbedingt testen. Als Nokia dann ein Gerät zur Verfügung gestellt hat war ich auch hin und weg und möchte hier schon mal danken! Vorne weg kann ich sagen, dass Nokia ein tolles Gerät gebaut hat, mit doch einigen Schwächen, aber dazu mehr im Verlaufe des Tests.

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In der Verpackung:
  • Nokia Lumia 920 (Akku fest verbaut)
  • Sim-Key-Öffner (wie man es vom iPhone kennt)
  • Diverse Anleitungen
  • Netzteil (in Verbindung mit USB-Kabel)
  • USB-Kabel
  • Gelbe In-Ear-Kopfhörer von Nokia
Technische Daten:

Von der Hardware her ist das Nokia Lumia 920 ein wirklich gutes Smartphone, etwas was man von Windows Phone 7 Geräten schon gar nicht mehr gewöhnt war. Das Gerät verfügt über einen Snapdragon S4 Dual-Core Prozessor mit 1,5 GHz. Die Größe des Displays beträgt 4,5 Zoll und das bei einer richtig guten Auflösung von 1280×768 Pixeln. Das macht 332 ppi, wirklich ordentlich. Das Lumia bewegt sich damit unter den Top-Smartphones von den PPI, leider ist das Display allerdings kein AMOLED-Screen. Zur Datenübertragung hat das Lumia 920 alle gängigen Standards plus LTE und zwar nicht die billige iPhone nur Telekom Version. W-Lan unterstützt das Lumia 920 alle gängigen Standards, also a, b, g und n. Für bargeldloses Bezahlen oder andere Tätigkeiten gibt es NFC. Auch Bluetooth 3.0 ist an Bord, womit man in Windows Phone 8 nun auch Daten übertragen kann. Als besonderes „Schmankerl“ gibt es von Nokia noch kabelloses Laden nach dem Qi-Standard. Beim Thema Laden, der Akku verfügt über 2000 mAh.

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Für die Geschwindigkeit gibt es die schon erwähnte CPU welche noch mal von 1 GB RAM unterstützt wird. An Speicher für Musik und Co. gibt es 32 GB, welche nicht erweiterbar sind bzw. nur durch SkyDrive oder sonstige Cloud-Dienste. Von den 32 GB stehe ungefähr 28 GB zur freien Verfügung. Fotos knippst ihr dann mit eine 8,7 Megapixel Kamera mit PureView Technik. Diese ist sehr gut bei Dunkelheit und bietet eine optische Bildstabilisation.

Ein Leichtgewicht ist das Lumia 920 allerdings nicht. Bei den Ausmaßen von 130,3 mm x 70,8 mm x 10,7 mm wiegt das Lumia 920 stolze 185 Gramm, es ist also ein echter Brocken.

Kamera

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Oben das Samsung Omnia 7 unten das Lumia 920

Der Kamera muss man beim Nokia Lumia 920 ein eigenes Augenmerk schenken, alleine schon weil Nokia so agressiv damit wirbt. Was taugt die hochgelobte PureView Kamera? Kann sie die Versprechen von Nokia halten? Ich würde kurz und knapp sagen, ja sie kann. Ich hatte ja schon einen Beitrag online gestellt in dem die Kamera des Lumia mit der des Samsung Omnia 7 kurz verglichen wird (hier). Zugegeben, das Omnia 7 ist auch nicht die Konkurrenz für das Lumia 920, aber ich hatte bisher noch kein Smartphone in den Händen, welches bei Dunkelheit solch gute Bilder gemacht hat, genauso ist die optische Bildstabilisation bei Videos wirklich großartig. Für euch habe ich dabei natürlich auch ein kleines Testvideo gemacht, leider haben wir ja Winter, wodurch die Lichtverhältnisse bei Außenaufnahmen nicht optimal sind und ich deswegen keinen Vergleich mit den Videos des HTC One X und des Lumia 900, welche im Sommer gedreht wurden, anstellen will. Trotzdem denke ich kann man sehen wie gut die Kamera des Lumia 920 ist. Wenn ich endlich mal ein iPhone 5 ohne Telekom Sim-Lock in die Finger bekomme werde ich auch ein Vergleichsbild hier hinzufügen.

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Mein Fazit zur Kamera ist also; erste Sahne, die aktuell beste Smartphone Kamera auf dem Markt, zumindest unter den Flaggschiffen, das Nokia 808 PureView fällt für mich aus der Kategorie ;).

Software

Den Softwarepart spalte ich hier mal in Windows Phone 8 und Nokia Apps und Software auf, für mich macht es Sinn, da das Lumia 920 das erste Windows Phone 8 Gerät war, welches ich mal über einen längeren Zeitraum testen konnte.

Windows Phone 8

Ich will über Windows Phone 8 jetzt nicht ewig schreiben, denn eigentlich könnte ich hierzu einen eigenen Erfahrungsbericht schreiben. Ich selbst nutze Windows Phone ja schon eine ganze Weile, als kein primäres Gerät seit dem Lumia 800. Mit hat Windows Phone immer gefallen, doch Windows Phone 8 hebt das Benutzererlebnis noch mal deutlich an. Verschieden große Kacheln erscheinen keine große Sache, allerdings findet man gerade die kleinen Kacheln für Apps die man auf dem Startscreen haben will, sie aber nicht viel Inhalt Live anzeigen hervorragend. Es passen einfach deutlich mehr Apps auf den Startscreen ohne, dass man ewig scrollen muss.

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Die Performance wurde dazu auch noch mal gesteigert, was natürlich auch an der Harware liegt. Apps starten jetzt richtig schön schnell und das Multitasking macht noch mehr Sinn. Das einzige was mir noch fehlt ist eine Art Notification Center, ansonsten ist Windows Phone 8 meiner Meinung nach jetzt auch von dem Umfang den ich brauche soweit wie Android oder iOS, nur noch offener, noch schneller und noch innovativer.

Nokia Software

Ein Punkt warum ich ein Nokia Windows Phone den Geräten von HTC oder Samsung jederzeit vorziehen würde sind die Nokia Apps. Man merkt einfach wie viel Mühe sich Nokia gibt seine Kunden mit exklusiven und guten Inhalten zu unterhalten und für sich zu gewinnen. Die Navigation von Nokia ist alleine schon ein kostenloser Traum. Karten für die ganze Welt und offline Navigation, gibt es etwas schöneres? Dazu kommt Nokia Musik, ein hervorragender Service welcher durch das Mix-Radio besticht. Nokia Karten sind natürlich auch mehr als hilfreich in größeren oder auch kleineren fremden Städten. Dazu gibt es immer wieder Apps die (temporär) exklusiv für Nokia Lumia Geräte im Marketplace sind oder bei Nokia eine kurze oder lange Zeit nichts kosten. Ein gutes Beispiel ist hier Mirror’s Edge oder Klassiker wie Draw Smoething und Words With Friends.

Haptik, Optik und Qualität

Normalerweise müsste man denken, dass diese Punkte ein sicherer Sieg für Nokia ist. Das Lumia Design hat hervorragende Kritiken bekommen und auch der Drang zur Farbe ist wirklich schön. In Sachen Qualität müsste man auch meinen, dass Nokia sicher top ist, da man einfach noch die Nokia Qualität von frühern Handys im Kopf hat. Für mich hat hier Nokia allerdings fast ein wenig enttäuscht.

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Starten wir bei der Haptik. Das Lumia 920 ist groß und ziemlich schwer. Das Design ist oben und unten ziemlich eklig. Wenn ich das Gerät im Landscape-Modus halte, dann stören die „Ecken“ manchmal schon ein wenig. Dazu hat das Display mit 4,5 Zoll zwar eine gute Größe, aber durch die Ausmaße des Gerätes ist es manchmal schwer mit dem Daumen in die oberen Ecken zu kommen. Zum Glück wird dies durch die Windows Phone UI auch gar nicht so häufig verlangt. Das Gewicht stört mich weniger, eigentlich mag ich es sogar ein etwas schwereres Smartphone in der Hand zu haben, aber hier hätte es für die Haptik auch nicht geschadet ruhig mal ein paar Gramm weniger zu haben. Dazu ist es schade, dass die Rückseite nicht gummiert ist, dadurch wird das Gerät rutschig und es läuft Gefahr schneller mal aus der Hand zu rutschen, das ist natürlich nicht Sinn und Zweck des Ganzen.

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Die Optik ist dafür wirklich schön. Das Design ist nichts neues, wir kennen den Ansatz schon von den früheren Lumia Geräten, sieht aber immer noch toll aus. Ich hatte das Gerät in der Farbe Gelb. Leider hat Nokia hier sich nicht für eine matte Farbe entschieden sondern für die glossy Optik. Matt ist das Gerät nur in schwarz oder in den Staaten in cyan. Wie schon oben erwähnt wäre eine gummierte matte Rückseite nicht nur wegen des schöneren Designs wichtig gewesen, sondern auch wegen dem Halt, hier hat Nokia leider etwas gepatzt, ziemlich schade. Dazu sollte man sich vorher ziemlich genau überlegen in welcher Farbe man das Gerät haben möchte, nicht das man Gelb oder Rot irgendwann nicht mehr sehen kann. Dazu sollte man sich darauf einstellen, dass bei einem gelben Smartphone auch die Kacheln nur in gelben Farben richtig gut aussehen, rot ginge auch noch, aber von der Kachelfarbe ist man dann doch etwas beschränkt, zumindest wenn man seinen Augen nicht schaden will ;).

Qualität. Das Gerät ist solide, aber nur als Plastik. Wenn man an die richtigen Stellen mit mittlerem Druck aufdrückt kann man ein Knarzen hören, ja ich rede hier tatsächlich von einem Nokia Gerät bei dem es ab und an knarzt.  Vielleicht hatte ich ein Montagsgerät oder etwas derartiges, aber hier ist der Kunststoff leider nicht so hochwertig verarbeitet wie bei dem Lumia 900 oder 800 noch zuvor. Natürlich ist das Lumia 920 immer noch ein durch und durch solides Gerät, aber eben nicht gar so „steinhart“ wie man es vielleicht von einem Nokia erwartet hätte.

Display

Das Display des Lumia 920 ist hervorragend. Man sieht eigentlich keine Pixel, kein Wunder bei einer PPI von 332. Der Schwarzwert ist dazu auch richtig gut. Leider hat man hier kein AMOLED-Screen, denn nichts geht über die Farben und die Schwärze eines AMOLED-Screens, aber Nokia hat hier auch wirklich gute Arbeit geleistet.

Eine Besonderheit des Lumia 920 ist ja die hoche Empfindlichkeit des Lumia 920. So kann man das Gerät auch mit Handschuhen bedienen. Gut, bedienen ist etwas hoch gegriffen, denn SMS schreiben oder großartig etwas mit dem Smartphone machen ist einfach mit dicken Handschuhen schlicht unmöglich, aber tatsächlich wird die Hand auch mit ziemlich dicken Handschuhen noch gut erkannt. Manchmal braucht das Lumia nach dem Entsperren eins bis zwei Sekunden bis es trotz Handschuhen reagiert, dann aber wirklich ziemlich gut und zuverlässig, ich habe es auch mal mit Topflappen ausprobiert, hat geklappt! Wichtig fand ich allerdings, dass ich diese Funktion auch ausschalten kann und man kann. Denn im Sommer ist es nicht wirklich nützlich, kostet Akku und man läuft Gefahr, dass sich das Handy in der Hosentasche von selbst entsperrt.

Akku

Der Akku des Lumia 920 beträgt 2000 mAh und das merkt man. Wenn ich nicht ständig am Spielen bin, dann komme ich locker durch den Tag und habe am Ende noch ca. 30% Akku. Dazu solltet ihr natürlich im Hinterkopf behalten, dass ich schon eher ein Dauernutzer bin. Ich habe vier Mail Accounts verbunden, zwei davon mit Push, zwei mit 30 minutiger Abfrage. Dazu kommen noch Facebook und Twitter, welche ich auch verknüpft habe. SMS und WhatsApp Nachrichten sind täglich sehr unterschiedlich, mal nur so 10-20 und mal so 100-300 Stück. Dafür telefoniere ich allerdings auch eher wenig. Natürlich habe ich mit dem Lumia 920 auch telefoniert und die Sprachqualität hat mir ziemlich gut gefallen, besser als beim Galaxy S3.

Was ich mangels Ladestations leider nicht ausprobieren konnte war das kabellose Laden mit dem Lumia 920.

Fazit

Nach einem, wenn nicht dem längsten Testbericht meines bisherigen Bloggerlebens muss ich ja jetzt auch mal zu einem Fazit kommen. Mein Fazit lautet, Top Smartphone mit winzigen Schwächen. Das innovativste Smartphone des Jahres 2012. Kein anderes Smartphone kam dieses Jahr wirklich mit so vielen Neuerung daher und Microsoft hat mit Windows Phone 8 seinen Teil dazu beigetragen. Ich kann euch das Gerät zu wärmstens ans Herz legen, denn ihr erhaltet hier eins der besten Smartphones auf dem Markt, mit der besten Smartphone Kamera auf dem Markt. Es ist einfach eine sehr gute Verbindung aus Hardware und Software die hervorragend aufeinander abgestimmt sind. Einzig der Preis von 650€ ist doch etwas hoch, ansonsten hat Nokia spätestens mit dem Lumia 920 wirklich nicht nur Anschluss an die Weltspitze gefunden, sondern ist auf Augenhöhe!

Einen riesen Dank an Nokia, die mir diesen Test ermöglicht haben!

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