Kommentar: Wie man Windows RT hätte retten können

Microsoft hat das Surface 3 vorgestellt und damit endgültig den Sargnagel in Windows RT, wie wir es bisher im Surface oder Surface 2 kennen, gejagt. Zwar wird Windows 10 for Phones auch auf ARM-Prozessoren laufen und damit auch nichts anderes als eine andere Variante von Windows RT sein, aber Windows RT auf Tablets wie wir es kennen ist tot. Das Surface RT und Surface 2 sollen wohl noch ein Update bekommen, welches einige Funktionen von Windows 10 nachreichen soll, Windows 10 ansich wird allerdings nicht mehr auf das Surface RT und Surface 2 kommen.Windows RTDas Windows RT ist an einem großem Problem gestorben und das hieß Inkompatibilität. Windows RT sah aus wie Windows, fühlte sich an wie Windows und schmeckte sogar so (okay das ist vielleicht übertrieben). Darauf liefen allerdings nur Windows Store Apps. Okay, für das iPad oder Android Tablets ist das kein K.O.-Kriterium gewesen, aber für Windows RT doch eben schon. Die Leute haben Windows gesehen und wollten auch Windows Programme installieren können, bei einem iPad oder Android Tablet erwartet man dies nicht. Microsoft hat es hier verpasst die Betriebssysteme ordentlich zu differenzieren. Gleichzeitig hätte man dieses Problem meiner Meinung nach auch umgehen können, wenn Windows Store Apps nicht so eingeschränkt wären. Man merkt einfach fast jeder Windows Store App noch an, dass sich durch irgendwelche API Beschränkungen einfach noch nicht soweit sind wie Desktop Programme. Dazu will niemand der Ernsthaft an einem Tablet, Laptop oder was auch immer arbeitet Programme nur im Vollbildmodus nutzen können. Mit Windows 10 schafft es Microsoft endlich Windows Store Apps im Fenstermodus laufen zu lassen.

Windows RT hätte meiner Meinung nach überleben können, wenn Windows Store Apps von Anfang an weniger Einschränkungen gehabt hätten, und jetzt schimpft nicht auf die Entwickler, denn die Schnittstellen des neuen RT-Framework waren einfach noch nicht so zahlreich und ausgereift wie die alte Win32-API. Dazu noch ein Fenster Modus und man hätte am Ende tatsächlich mit Windows Store Apps ordentlich arbeiten können und Windows RT Tablets hätten einen richtigen Vorteil gegenüber Android und iOS gehabt. Ja es gab Office und einen richtigen Dateienexplorer für Windows RT und das waren auch Gründe wieso man sicher trotz allem mit einem Windows RT Gerät besser arbeiten kann als mit einem Android- oder iOS Tablet. Allerdings zeigte Windows RT auch hier wieder die von Microsoft selbst gebauten Schwächen auf. Man wechselt ständig zwischen zwei UIs hin und her. Kurz der Desktop für die Office Programme, dann wieder in die nächste Windows Store App für einen Chat und sonstiges. Man hat es verpasst ein Interface für alles zu designen. Ob das überhaupt geht wird uns wahrscheinlich Windows 10 zeigen. Wenn Microsoft mit Windows 10 daran scheitern sollte ein Interface zu basteln welches die Windows Store Apps ordentlich in den Desktop integriert oder andersrum, dann haben die Jungs in Redmond ein großes Problem. Sachen wie Drag and Drop müssen von Desktop zu Windows Store App und andersrum einfach funktionieren. Solche Dinge haben Windows RT gekillt.

Wintel is back

Ein weiterer Grund für das Scheitern von Windows RT war neben der Software, welche einfach noch nicht ausgereift war und ist, auch sicher die grandiose Ingenieurskunst von Intel. Die Kalifornier haben es hinbekommen, womit nur wenige schnell genug gerechnet haben. Mit den aktuellen Atom und jetzt sogar Core M Prozessoren hat Intel es geschafft x86 Prozessoren zu entwickeln, welche eine deutlich gesenkte Leistungsaufnahme haben und damit endlich auch lüfterlose Geräte betreiben können. Dazu laufen Geräte mit Intel Prozessoren noch mit vollwertigem Windows 8.1, können also alle Desktop Programme installieren, und unterboten die ohnehin schon beschnittenen Windows RT Brüder häufig auch im Preis. Alles in allem gab es spätestens ab 2014 keinen Grund mehr zu einem Windows RT Gerät zu greifen anstelle eines Gerätes mit x86 Prozessor und vollwertigem Windows 8.1.

Hätte Microsoft es hier rechtzeitig geschafft mit genügen Apps, welche wie oben beschrieben besser hätten angepasst werden müssen, eine Plattform zu schaffen welche die Desktop Programme für den normalen User obsolet macht, dann hätte Windows RT nicht sterben müssen. Windows RT hatte immer noch Vorteile wie einen besseren Schutz gegen Viren (zugegeben, das war natürlich auch den Einschränkungen und der geringen Verbreitung geschuldet) und eine deutlich längere Akkulaufzeit dank ARM-Prozessoren. So gehen nun aber unsere geliebten Surfaces den Weg alles irdischen. Windows RT ist in der Form in der wir es kennen definitiv tot!

Bildquelle: ForTheLoveOfTech

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